Die Geschichte der Möbel ist eng mit der Entwicklung von Kultur und Kunst in der zivilisierten Gesellschaft verbunden. Die unterschiedlichen Kunstepochen haben ohne Zweifel auch die gestalterische Entwicklung von Einrichtungskonzepten und Mobiliar beeinflusst und mitbestimmt.

Dennoch haben Möbelstile ihren ganz eigenen und besonderen Kunstcharakter, der außerdem von den jeweils vorherrschenden Tendenzen der Möbelmode determiniert wird. Unterschiedliche Faktoren, wie Formen, Materialien, Farbgebung, ethnische Stilelemente und Zweckmäßigkeit richten sich ganz nach den jeweils dominierenden Modetendenzen, die damals wie heute Einrichtungskonzepte festlegen. Die geschichtliche Einordnung von Möbelstilen findet hauptsächlich im Rahmen der bekannten Kunstepochen statt.

Möbelstilkunde für die wichtigsten Epochen

Wenn Sie sich für einen bestimmten Einrichtungsstil interessieren, der Ihrem einzigartigen, individuellen Geschmack vollends enspricht, dann möchten Sie sicher gehen, dass Sie in der Lage sind, smart und stilsicher die korrekte Möbelzusammenstellung und Auswahl an harmonisiernden Einrichtungsgegenständen zu wählen. Bevorzugen Sie klassische, vintage, rustik traditionelle oder hochmoderne, minimalistische Stiloptionen? Aus echten Antiquitäten und Neummobiliar die passenden Stilmöbel und Objekte für den Innenraum herauszusuchen, kann eine echte Herausforderung sein. Mit den folgenden Tipps, können Sie die Möbelstile verstehenden und zuordnen und können billige Imitate von echten Antiquitäten unterscheiden.

Die Renaissance bringt neue Möbelformen hervor

Der Kunststil während der Renaissance übt einen starken Einfluss auf die Möbelentwicklung jener Zeit aus. Dieselben Elemente, die sowohl für die Architektur als auch für die bildnerische Kunst der Renaissance so markant sind, gelten als charakteristische Aspekte des damaligen Möbelstils.

Fundamentale geometrische Formen, klassische Ornamente sowie typische Säulenordnungen aus der Zeit des klassischen Altertums prägen die Möbelmode jener Epoche.

  • Schren- und Faltstühle,
  • Vierkantpfosten Stühle,
  • Schemel,
  • zweigeschossige Schränke,
  • Truhen, welche außerdem als Sitzgelegenheiten genutzt wurden,
  • sowie Kredenzschränke mit italienischen und klassizistischen Ornamentmotiven

sind repräsentative Möbel der Renaissance. Auch der sogenannte Damenstuhl wurde in jener Kulturzeit entwickelt, der dank seiner angepassten Armlehnen und großzügiger Sitzfläche in Trapezform für Damen in ihren schweren, umfangreichen Kleidern das Sitzen maßgeblich vereinfachten. Wagentische sowie sechs- oder achteckige Tische auf vasenförmigen Stützen sind besonders charakteristisch für diese Epoche. Die Inneneinrichtungen wurden durch glanzvolle Wandbespannungen aus hochwertigen seidenen oder bestickten Materialien sowie prachtvollen Wandmalereien hervorragend komplettiert.

Möbel im Stil des Barock

Barocke Wohnzimmer Möbel

Die Möbelgestaltung in der Epoche des Barocks schließt sich definitiv der pracht- und prunkvollen Designschöpfungen der barocken Kunstwerke und reich verzierten Architektur an. Geschwungene Details und bauchförmige, plastische Rundungen an beinah allen Möbelstücken sind charakteristisch für barocke Möbel.

Kommoden und Schränke stehen im Fokus und werden mit weit ausladenden Gesimsen, gedrehten Säulen, Kugelfüßen, Sockelformen und wertvollen Furnieren aus hochwertigen Materialien wie Palisander, Ebenholz, Kirsch- oder Birnbaum gefertigt. Bei soviel Luxus ist es kein Wunder, dass der Barock Einrichtungsstil gern in Verbindung mit dem prunkvollen, glamourösen Lebenstil voller Exklusivität des Königs Ludwig XIV gesehen wird.

Die Epoche des Rokoko

Aus der letzten Phase des Barocks heraus entwickelte sich der Rokoko Kunststil und mit ihm die entsprechenden Tendenzen zu Ausstattung von zeitgemäßen Wohn- und Repräsentationsräumlichkeiten. Dieser Dekorationsstil wendet sich bewusst von der Symmetrie vorangegangener Einrichtungsmoden ab und konzentriert sich auf verspielte oder überbordete Verzierungen und feine Schnitzereien.

Zahlreiche Elemente aus dem Reich der Natur, wie Vögel, Pflanzen, Blüten oder Schmetterlinge, sind auf prunkvolle Weise in dem einzigartigen Rokoko Möbelstils eingebunden. Exquisit verzierte Aufsatzkommoden, prächtig geschnitzte und bekrönte Spiegelumrandungen, Rahmen in Rankenformen oder Kommoden und Anrichten in Parkettmarketerie und mit Marmorplatten ausgestattet sind typische Merkmale der Rokoko Möbelstilrichtung. Auch hochwertige Kleinmöbel wie Schreib- und Beistelltische werden in dieser Kunstepoche erstmalig hergestellt.

Thomas Chippendale - Möbel aus London

Als besonders anerkannter Kunsttischler wirkte Thomas Chippendale ab Mitte des achtzehnten Jahrhunderts in London. Seine beeindruckenden Möbelentwürfe unterschieden sich maßgeblich durch ihre einzigartigen barocken, neogotischen und ostasiatischen Formkombinationen.

Chippendale Stilmöbel wurden in jener Zeit bevorzugt aus Mahagoni gefertigt und wiesen weitaus harmonischere, weniger aufdringliche Schnitzelemente auf, wie beispielsweise das Akanthusdekor, komfortabel gepolsterte Sitzflächen und dezent geformte Stuhl- und Tischbeine. Besonders wertvolle Durchbruchsarbeiten an Stuhllehnen, Flechtwerke, Maßwerklehnen und delikate Lackveredelungen sind unverkennbare Merkmale der Chippendale Möbel Epoche.

Auch heute sehr gefragt: Biedermeier Möbel

Die Biedermeier Stilepoche wird zum Ausdruck einer neuen Wohnkultur im neunzehnten Jahrhundert, die sich an das aufstrebende Bürgertum wendet und auf dessen Bedürfnisse nach trauten, gemütlichen Wohnraumeinrichtungen in einer immer mehr industrialisierten und zunehmend hektischen Welt eingeht. Das Heim, seine Innenausstattung und die dazu passenden Möbel sind Kernelemente der Biedermeier Epoche.

Biedermeier Sofa

Nicht nur Aspekte der Romantik werden ebenso im Biedermeier Dekorationskonzept reflektiert, sondern auch die strengen, häuslichen Sitten und tugendhaften Werte, die den damaligen Lebensstil des Bürgertums prägten. Gemütlichkeit und Komfort in Verbindung mit praktischer Zweckmäßigkeit werden zu Schlüsselfaktoren, welche die Gestaltung und Herstellung von zeitgemäßen Möbeln und Einrichtungsobjekten markant beeinflussen. Die bemerkenswerte Schlichtheit der dekorativen Elemente und die Einfachheit der klassizistischen Formengebung sind kennzeichnend für Möbelgestaltungsformen jener Zeit.

Biedermeierfälschungen sind populär

Biedermeier Möbel werden besonders gerne von Fälschern eproduziert, das Original Biedermeiermöbel findet man heute überwiegend in Museen. Dennoch erfreuen sich Biedermeiermöbel unter Sammlern größter Beliebtheit, so dass heute auch sehr viele handgefertigte Nachbildungen im Umlauf sind. Die Handwerker in einigen Ländern sind begabt und geschickt, so dass auch Kenner Schwierigkeiten haben, eine Fälschung zu erkennen.

Das Besondere bei diesen Reproduktionen ist die Tatsache, dass die Handwerker antiquarisches Werkzeug und Restbestände von alten Sägefurnieren verwenden. Das macht die Unterscheidung äußerst schwierig. Die Kopien wirken zwar antik, sind aber keine authentischen Möbel der Zeit. Wenn Sie eine in Antiquität kaufen möchten, sollten Sie sich vorher auf einer Fachmesse informieren. Nehmen Sie zum Kauf jemanden mit, der sich wirklich auskennt. Eine Prüfung durch den Fachmann kostet durchschnittlich 80 bis 100 EUR, kann aber viele Hundert Euro einsparen.

Biedermeier Möbel Merkmale

Hochwertiges, helltöniges Holz wie Kirsche, Birne, Birke oder Pappel werden zur Produktion von Möbelstücken und Gegenständen zur Innenausstattung genutzt. Große, glatte Oberflächen mit feinen Maserungen sind unverkennbare Merkmale für beinah alle Biedermeier Möbelstücke.

Biedermeier Holzarten

Der Tisch steht im Mittelpunkt des typischen Biedermeier Hauses. Er ist meist oval oder rund gestaltet und wird von einer zentrierten Mittelstütze getragen. Zweckmäßige Schreibtische oder Sekretäre, kleine Vitrinen und Kommoden mit drei tief eingesetzten Schubladen und einer oberen vorstehenden Schublade sowie zahlreiche andere Kleinmöbel gehören zur charakteristischen Biedermeier Kleinmöbel Kollektion.

Untrennbar verbunden mit dem markanten Möbelstil ist die klassische Biedermeier Wandgestaltung. Wandtapeten sind ein außerordentlich wichtiges Hintergrundelement der Biedermeier Raumdekoration. Wandtapeten mit farbenfrohen Blumenblüten und Schleifchendesign, mit romantischen Streublümchenmotiven und Kränzchen in symmetrischer Anordnung zwischen parallel verlaufenden, geraden Linien sind das harmonisiernde Highlight in jedem Biedermeier Wohnzimmer.

Im Zusammenhang mit vielen der hier genannten Möbelstile, stellt sich oft die Frage, ob es sich dabei um Antiquitäten handelt.

Was sind Antiquitäten?

Antike Möbel sind außergewöhnliche Schmuckstücke und erfreuen sich großer Beliebtheit. Gerne erhalten sie einen Ehrenplatz in einem Zimmer. Wer auf Flohmärkten oder in Antiquitätenschriften auf die Suche nach einer Antiquität geht, kann nicht immer auf Anhieb erkennen, ob es sich wirklich um ein historisches Möbelstück handelt. Längst kursieren etliche Fälschungen.

Als Antiquität bezeichnet man Sitzmöbel, Tische, Schränke, Betten, Schreibtische, Sofas, Vitrinen, Lampen und Uhren entsprechenden Alters. Juristisch gesehen gelten Möbel, die mindestens 100 Jahre alt sind, als antik. Doch nur seltene und sehr schöne Stücke eignen sich als Sammlerobjekte und haben besonderen Marktwert. Historische Zeitabschnitte entsprechen bestimmten Stilepochen, die eine ganz eigene Moderichtung, auch bei Möbeln, hervorgebracht haben. Bekannt sind zum Beispiel Chippendale, Empire, Louis XIV- und Louis XV-Möbel, der viktorianische Stil, Renaissance, Rokoko, Jugendstil und Art Déco.

Antiquitätenführer in Buchform helfen dabei, die wesentlichen Merkmale einer Antiquität zu erkennen und sie einzuordnen. Mithilfe solcher Bücher können Herkunft, Hersteller, Marktwert und Sammlerwert des Stücks bestimmt werden. Antiquitätenhändler auf Flohmärkten, in Geschäften können ebenfalls Auskunft über ein bestimmtes Stück geben, wenn Sie dort beispielsweise mit einem Foto vorstellig werden.

Antikmöbel auf der Straße

Wirklich alt oder nur nachgemacht?

Heute werden viele Möbel im Stil von Antiquitäten hergestellt und sind aufgrund der modernen Technologien kaum vom Original zu unterscheiden. Es gibt jedoch einige Merkmale, die eindeutig auf die Herkunft aus der jeweiligen Epoche hinweisen.

Eine Antiquität wurde nicht mit den heute bekannten Herstellungsmethoden produziert. Stattdessen wendete man eine Herstellungsweise an, die für die damalige Zeit typisch war, heute in Vergessenheit geraten ist oder so aufwändig wäre, dass sie keiner mehr benutzt. Antike Möbel wurden immer in reiner Handarbeit hergestellt, denn vor 100 Jahren gab es die Maschinen nicht, die heute gang und gäbe sind. Auch die Form kann ein Indiz für eine Antiquität sein. Leime und Lacke sind ebenfalls Merkmale für die Herkunft.

Antike Kommode

Tipps zum Erkennen antiker Möbel

  • Hat das Möbelstück scharfe Kanten und Ecken, ist es wahrscheinlich in jüngerer Zeit entstanden. Kanten und Ecken antiker Möbel sind weich und abgerundet, und da jede individuell bearbeitet wurde, oft ungleichmäßig.
  • Glatte Sägeflächen weisen auf die Benutzung einer Kreissäge hin. Das wiederum bedeutet, das Möbelstück muss nach 1840 hergestellt worden sein.
  • Auch sehr glatte Ränder legen die Benutzung einer elektrischen Säge nahe.
  • Das Furnier ist ein weiteres Indiz, denn früher verwendete man wesentlich dickere Furniere als heute.
  • Maschinell gefertigte Zapfen, Schwalbenschwänze und andere Verzierungen sind viel glatter als es handgefertigte von damals sein können.
  • Nicht zuletzt haben Originalmöbel mit Geschichte auch Gebrauchsspuren. Man sieht Abnutzungen an den Tischbeinen oder Sitzflächen von Stühlen, kleine Vertiefungen in Tischplatten und Ähnliches.

All diese Merkmale geben dem Möbelstück Charakter. Zwar kann man auch heute Gebrauchsspuren wie Wurmstiche oder Patina künstlich erzeugen, doch ein geübtes Auge erkennt den Unterschied.

Viktorianischer Stil

Die lange Regentenzeit von Königin Viktoria war von unterschiedlichen Einflüssen auf die gestalterische Entwicklung der Architektur und Innenausstattung sowie der dazu passenden Möbelgestaltung geprägt. Während in der frühviktorianischen Ära die Verbindung von Elementen des Klassizismus und aus der Neogotik verbreitet war, dominierten parallel dazu in dieser von ausgesprochen gegensätzlichen Modeströmungen gezeichneten Phase selbst Möbel und Inneneinrichtungsvarianten im prachtvoll verzierten Victorian Rococo Style, bevorzugt aus Rosenholz oder Mahagoni gefertigt.

Die Rokokogestaltung wurde noch intensiver in der hochviktorianischen Ära zum ausgeprägten Merkmal von Konzepten viktorianischer Möbel und Möbelherstellung. Auf wenige Ornamente beschränkt und mit praktischer, symmetrischer Linienführung entsprachen die Stücke dieses Möbelstils definitv höheren handwerklichen Maßstäben.

Im spätviktorianischen Möbelstil finden sich neben den erneut auftretenden, eindrucksvollen Elementen von Renaissance und Gotik auch die ersten Ansatzpunkte für Jugendstilformen sowie der damit verbundenen fernöstlichen Stilkomponenten, wie typisch asiatische Gitterwerke und Bambusdetails.

Detaillierte und qualitativ hochwertige Holzverarbeitungen sind kennzeichnend für die mit erstaunlichem handwerklich-künstlerischen Geschick hergestellten Möbelstücke und Einrichtungsobjekte.

Gründerzeit Möbel und deren Merkmale

Die Gründerjahre in der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts waren direkt mit einer stark verbesserten bürgerlichen Lebensqualität verbunden und parallel zu dieser mit dem Bedürfnis nach erhöhten Lebens- und Wohnstandards. Das gesteigerte Verlangen nach einem entsprechenden Einrichtungsniveau wurde durch neuentwickelte Möbelformen gedeckt, die auf den Einfluss der Neogotik, des Neoklassizismus, der Neorenaissance und der Neuromantik zurückzuführen sind.

Gründerzeit Möbel

Typische Kommoden, Buffets, Tische und Stühle wurden in jener Epoche geradliniger und bedeutend umfangreicher gestaltet und verbanden pragmatische Aspekte mit einem mächtigen, repräsentativen Möbelstils, der durch den Einsatz von Gestaltungselementen wie Profilierungen, Kapitellen, Säulen oder Reliefs zum Ausdruck kam.

Sofas und Sessel wurden mit hochwertigen Stoffen wie Seide, Samt oder Brokat bezogen und generell dominierte eine dunklere Materialfarbe für Möbel und andere Einrichtungsgegenstände. Im Allgemeinen galt das Wohnzimmer als der perfekt eingerichtete und exklusiv dekorierte Vorführrraum. Das Gründerzeit Einrichtungskonzept war zweifellos auf die privilegierten Schichten der Gesellschaft zugeschnitten, wurde jedoch bald auch von finanziell schwächeren Teilen der Bevölkerung als nachahmenswerte Wohnraumgestaltung akzeptiert und begehrt.

Jugendstil Möbel erkennen

Idealbilder perfekter Harmonie und Schönheit fließen in die Möbelgestaltung und gesamte Innenraumausstattung der Jugenstil Ära (Art Nouveau) an der Schwelle des 20. Jahrhunderts. Impressive florale Gebilde wie Blüten und Blütenkelche, schwungvolle Pflanzen und anmutige Frauenbilder sind die neuen, in ihrer Hauptsache femininen und teilweise japanisch orientierten Ornamente, die auf Sinnlichkeit und ein höheres ästhetisches Gestaltungsempfinden beruhen. Besonders junge Künstler hatten die Möglichkeit, innerhalb der schöpferischen Phase des Jugendstils ihre Vorliebe für weiche, warme und natürliche Formen auf künstlerisch elegante Weise zum Ausdruck zu bringen, um auf ihre Weise gänzlich die sich anbahnende, grau industrialisierte, urbane Welt zu konfrontieren.

Jugendstil Einrichtung

Jugendstil Elemente fanden sowohl in der generellen Architektur als auch im Bereich der Innenraumausstattung und Möbelgestaltung einen hohen Anklang. Dekorative Schmuck- und Einrichtungsobjekte wurden aus Glas, Metall, Porzellan und anderen hochwertigen Materialien erzeugt. Der florale Stil wurde mit Abbildungen von interessanten Lebewesen wie Schwänen, Pfauen, Fischen, Faltern und Libellen sowie feinen Fabelwesen bereichert, die sich auch auf Tapeten, Teppichen, Türklinken, Porzellan oder bemalten Keramik Fliesen im Jugendstil wiederfanden.

Art Deco - der pragmatische Möbelstil

Ein neuer Pragmatismus und seine in kostbaren Materialien ausgeführte Sachlichkeit sind im Zuge der klassischen Moderne die neuen Zeichen und Merkmale des Art Deco, der künstlerischen Entwicklungsphase von 1912 bis 1935. Viele unterschiedliche Strömungen beeinflussen diese neue Kunstrichtung, wobei exakte Linienführungen, eine hohe geometrische Gestaltung und Symmetrie und Sinnlichkeit markante, sich allmählich vom Jugendstil abwendenden Stilaspekte der Art Deco Möbel sind. Mit neu eingebundenen Materialien wurden besonders qualitativ hochwertige Hölzer wie Mahagoni oder Ebenholz einer exzellenten künsterischen Verarbeitung in intensiven Formen und sinnlicher Darstellung unterzogen.

Art Deco Möbelstück

Eines der Hauptmerkmale des Art Deco ist das Bemalen von schmucklos glatt geformten Möbelteilen, die im Anschluß oftmals mit exklusiven, exotischen Schmuckelementen wie Perlmutt, Pergament oder Elfenbein verziert wurden.

Ganz sicher werden Ihnen die Vielzahl an dekorativen Ausstattungsobjekten wie Lampen und Tischlampen im typischen Art Deco-Stil, Gläser und luxuriöse Wandgestaltungen helfen, die oftmals mondänen Effekte des Art Deco richtig zu interpretieren und diese Kunstrichtung auch dank des Einsatzes von zeitgemäßen, praktischen Materialien wie Chrom, Messing oder Edelstahl von anderen zu unterscheiden.

Stilrichtung Bauhaus

Eine besonders hohe Funktionalität zeichnet den Möbelstil des rationalen Bauhaus aus. Völlig im Einklang mit der pragmatischen Bauhaus Architektur sind Bauhaus Möbel von maximaler Zweckmäßigkeit und beruhen ausschließlich auf das Vernunftskonzept. Gleichzeitig fördern sie das neue ästhetische Wohnverständnis. Stark plastische, geometrische Formen wie Quader, Rechtecke und Kugeln bestimmen den Bauhaus Möbelstil, den Sie durch den vollkommenen Verzicht auf Verzierungen und überflüssigen Schmuckdetails leicht erkennen können.

Bauhaus Möbel

Der Einsatz von langlebigen, strapazierfähigen Materialien wie Leder, und Stahlrohr unterstützt die elegante Schlichtheit der Formen, die hauptsächlich in den Basisfarben Blau, Gelb, Rot, Weiß und Schwarz gefertigt werden. Stahlrohrsessel und Stahlträgertische verweisen auf den definitiven Zusammenhang zwischen Kunst und Industrie und unterstreichen die neue Funktionalität der Dinge. Die praktisch, kühlen Bauhaus Elemente legen neue Gestaltungs- und Ausstattungsprinzipien fest.

Pop Art

Pop Art Möbel und Inneneinrichtung gehören bereits seit Anfang der sechziger Jahre zu den Neuklassikern. Beschäftigt mit der industrialisierten Welt befinden sich Handel, Konsum, Werbung Massenmedien und deren Effekte auf das kulturelle Gesellschaftbild im Mittelpunkt dieser Stilrichtung.

Popart

Der distanzierte Pragmatismus des Bauhaus Möbelstils steht ganz im Gegensatz zur bunten Pop Art Mode mit ihren dekorativen, oftmals amüsant poppigen Elementen. Überdimensionale Abbildungen und Formen in knallige Farben sowie der Einbezug von Komikelementen beherrschen diese neue Möbel- und Wohneinrichtungslandschaft.

Ganz einfach können Sie Pop Art Möbelstücke an ihren grellen, kontrastreichen Farben und den typischen Materialien wie Vinyl, Plastik, Synthetik oder Metall erkennen. Auch Pop Art Wandgestaltungsvarianten wie Pop Art Posters oder kreative Schriftarten sind besonders charakteristisch für diese Möbelstil Phase.