Klebereste tauchen häufig auf, wenn verklebte Gegenstände getrennt werden und sind nicht nur auf Holz- oder Polstermöbeln ein echtes Ärgernis. Klebereste entfernen sollten Sie, um weitere Schäden zu verhindern, mit der richtigen Technik, statt diesen einfach nur weg zu knibbeln.

Nicht jeder Tipp funktioniert dabei für jeden Fall. Wie gut Sie mit einem bestimmten Mittel Klebereste entfernen können, hängt vom verwendeten Kleber und dem dadurch verschmutzten Material zusammen. Während sich Schmelzklebstoffe leicht durch Erwärmung (z.B. mit einem Fön) ablösen lassen, sind andere Klebstoffe wasserlöslich oder geben bei Alkohol auf. Es hilft nur ausprobieren!

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Klebereste entfernen von Holz

Holzmöbel sind eine besonders heikle Angelegenheit, denn wenn der Klebstoff zu fest sitzt, kann das Holz splittern und ist nur schwer wieder in seine Ausgangsform zu bringen. Es gibt fünf Lösungen, Klebereste von Holz zu entfernen.

  1. Salatöl: Dieses vertragen eigentlich alle Hölzer, da es die Fasern nicht angreift. Die Reste einfach einige Minuten mit dem Öl einweichen und problemlos mit einem trockenen Tuch abwischen. Nachteil: Ist das Holz unbehandelt, können dunkle Stellen wegen des Öls entstehen.
  2. Natron: Geben Sie etwas Natron auf eine Zitronenscheibe und streichen Sie mit dieser anschließend über die Kleberrückstände. Hilft das nicht, kombinieren Sie Natron mit Öl, und zwar in einem Verhältnis von 1:1. Lassen Sie die Mischung auf dem Fleck 30 Min. einwirken und entfernen den Klebstoffrest dann rückstandslos.
  3. Beim Bremsenreiniger findet sich eine Verbindung verschiedenster Stoffe, die gegen den Klebstoff helfen. Sprühen Sie den Reiniger einfach nur in ein trockenes Tuch reiben Sie den gesamten Klebstoff langsam ab. Vielleicht ist der Bremsreiniger nicht immer griffbereit vorhanden, dafür fügt er dem Holz aber auch keinen Schaden zu.
  4. Beize sollten Sie nur bei sehr hartnäckigen Flecken und großen Flächen nutzen. Wird die Fläche mit Beize eingeweicht, kann sich danach das Möbelstück sehr einfach für die erste grobe Schicht mit einem Glaskratzer bearbeiten lassen. Danach sollten Sie es 24 Stunden ruhen lassen, für den Rest kommt der Winkelschleifer zum Einsatz. Für diese Methode benötigen Sie deshalb etwas handwerkliche Erfahrung.
  5. Der Glaskratzer eignet sich für kleine Klebereste und geschickte Hände. Diese Variante birgt jedoch immer die Gefahr die Holzoberfläche, beim Versuch sie zu reinigen, noch stärker zu beschädigen.

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Klebereste von Kunststofffensterrahmen und anderem Plastik entfernen

Häufig lassen sich nicht ohne Weiteres Klebereste von Kunststoff entfernen. Wenn Sie mit selbsthaftenden Schutzfolien an neuen Fenstern, Rückständen am Fensterrahmen von geklebten Gardinenaufhängern und sonstigen Kleberflecken auf Plastik zu kämpfen haben, testen Sie folgende Methoden:

  1. Mit Sagrotan-Spray können Sie Klebereste, wie diese z.B. von selbsthaftenden Schutzfolien bei neuen Fenstern verursacht werden, mühelos weg putzen. Fleck einsprühen, kurz warten und abwischen.
  2. WD40 ist vielen als Schmierstoff bekannt, löst aber auch Verschmutzungen. Dafür sprühen Sie etwas WD40 auf die betroffene Stelle und lassen dieses einige Minuten einwirken, bevor Sie mit einem Tuch den Kleber entfernen können. Bei sehr alten und hartnäckigen Rückständen, können Sie vorsichtig mit einer Spachtel arbeiten, nachdem die Stelle eingeweicht wurde.
  3. Nagellackentferner oder Aceton sind ebenfalls in vielen Haushalten zu finden. Während dieser Stoff reizend auf bestimmte Weichhölzer reagieren kann, eignet er sich gut zur Behandlung von Schmutz auf Kunststoff. Aber Vorsicht: Acryl-Kunststoffe werden von acetonhaltigen Flüssigkeiten angegriffen und können matt werden!

Kleberückstände von Glas und Scheiben ablösen

Ob ein Tropfen Kleber auf der Glastischplatte oder Kleberrückstände der Weihnachtsdeko an der Fensterscheibe, diese Tipps verhelfen Ihnen zu einer sauberen Glasoberfläche:

  1. Rasierklinge und Ceranfeldschaber: Oft lassen sich mit einer Rasierklinge Klebereste von Glas entfernen. Wichtig ist, dass Sie die Klinge nicht schief halten, damit keine Kratzer entstehen. Alternativ hilft auch ein Ceranfeldschaber, der für den Einsatz auf dem empfindlichen Ceranfeld konstruiert und somit auch für Glasflächen geeignet ist.
  2. Silikonentferner: Wenn Sie Angst vor einem verkratzen Untergrund bei vorher genannter Methode haben, dann sind Sie mit Silikonentferner gut beraten. Diesen müssen Sie mehrmals auftragen und mit einem Baumwolltuch bearbeiten.
  3. Baby-Fuchttücher: Sie haben richtig gehört, auch in den Feuchttüchern, mit denen Sie Ihrem Baby den Hintern abwischen, kann so mancher Stoff enthalten sein, der Kleberesten auf die Pelle rückt. Für Rückstände von Vignette an der Windschutzscheibe reicht das z.B. häufig aus. Auch mit Abschminktüchern können Sie das alternativ probieren und erreichen einen ähnlichen Effekt.
  4. Glasreiniger: Bei leichten Flecken, wie diese durch Vignetten an der Autoscheibe entstehen, genügt häufig auch das Einsprühen mit einem herkömmlichen Glasreiniger, um diese abwischen zu können.
  5. Radiergummi: Für Überreste von Etiketten auf Gläsern oder Porzellan hilft auch die blaue Seite eines handelsüblichen Radiergummis.

Aufkleberreste und Rückstände von Etiketten entfernen

Für Resten von Aufklebern und Preisschildern können Sie Etikettenlöser kaufen oder diesen mit folgenden Klebstoffentfernern zu Leibe rücken:

  1. Heißes Wasser: einfach und trotzdem oft ausreichend. Besonders von Gläsern können Sie ein Etikett sehr einfach entfernen, wenn Sie diese in heißem Wasser legen. Bei Gegenständen, die nicht in heißem Wasser eingeweicht werden sollten, können Sie einen mit heißem Wasser getränkten Lappen auf die betroffene Stelle legen, etwas einweichen lassen und den Fleck dann abrubbeln.
  2. Spülmittel: Wenn nur heißes Wasser zu wenig ist, helfen Sie mit etwas Spüli nach.
  3. Orangenreiniger: Wenn heißes Spülwasser alleine nicht ausreicht, können Sie etwas Orangenreiniger zugeben. Sprühen Sie ein Gemisch aus diesem natürlichen Reiniger und Wasser auf die verschmutzte Stelle und wischen die Klebereste dann einfach ab. Funktioniert das nicht, können Sie das Orangenkonzentrat auch pur einsetzen. Der aus Orangenschalen gewonnen Reiniger hat übrigens einen angenehmen Duft als Nebeneffekt und ist ein pflanzliches Lösungsmittel, das natürliche Terpene enthält.
  4. Edelstahlpolitur: Insbesondere für polierte Oberflächen aus Edelstahl oder Chrom eignet sich eine Edelstahlpolitur zur Kleberestentfernung.

Klebebandrückstände lösen

Häufig entstehen Verschmutzungen durch Klebebandrückstände durch ein hastiges abziehen des Klebebandes. Ziehen Sie dieses stattdessen in einem 90° Winkel langsam und gleichmäßig ab. Ist es schon zu spät und die Klebebandreste sind da, helfen Ihnen diese Tipps bei der Entfernung:

  1. Heiße Luft: Klebereste von Schmelzklebstoffen lassen sich häufig durch die Erwärmung, z.B. mit einem Fön, leichter ablösen.
  2. Aufkleber- und Kleberestentferner: Es gibt diverse Spezial-Reiniger am Markt, die für die Entfernung von Kleberesten konzipiert sind. Meist geht es aber auch mit einfacheren Methoden.

In Abhängigkeit des Materials, auf dem die Kleberreste haften, können Sie auch die anderen hier vorgestellten Tipps anwenden.

Klebereste vom Autolack entfernen

Wir alle kennen Aufkleber auf Autos, vornehmlich am Heck, wo diese eigentlich gar nichts zu suchen haben. Möchten Sie den Aufkleber dort abziehen, kann ein Fön dabei helfen. Aber Vorsicht, genügend Abstand halten, damit Sie den Lack nicht beschädigen. War der Aufkleber schon sehr lange an Ort und Stelle und hat hartnäckige Rückstände hinterlassen, müssen es dann oft aggressivere Mittel sein:

  1. Teerentferner: Nicht nur für Teer, auch für andere hartnäckige Verschmutzungen auf Autolacken eignet sich am besten Teerentferner. Diesen sollten Sie unbedingt nur nach Gebrauchsanweisung verwenden, um den Lack nicht zu beschädigen.
  2. Knete: Gemeint ist hier nicht Knete für Kindern, sondern Lackknete. Zusammen mit einem Gleitmittel befreit sie den Lack z.B. von Baumharz oder Aufkleberrückständen. Nutzen Sie das gleiche Stück Lackknete dann aber nicht für andere Flächen weiter, sondern entsorgen es.

Zum Abwischen nutzen Sie dann ein weiches Tuch. Aber Achtung, weich ist nicht gleich weich! Für Anfänger bei der Autopflege klingt es oft erstaunlich, aber herkömmliche Papiertücher gehören in den Haushalt und sind oft zu hart zum Abwischen von Autolacken. Es können so großflächig feine Kratzer entstehen, die dann in der Sonne sichtbar werden.

Vielleicht haben Sie schon von Nitroverdünnung zur Entfernung von Kleberesten auf Lack gehört. Hier ist Vorsicht geboten, da diese den Lack lösen kann. Sollten Sie zu diesem Mittel greifen, achten Sie auf eine richtige Mischung, lassen Sie diese nicht zu lange einwirken und spülen gut mit Wasser nach.

Polster vom Kleber befreien

Häufig wird der Klebstoff auf Polstermöbeln nicht rechtzeitig bemerkt und trocknet dann hart ein. Werden die Kleberückstände dann nicht richtig entfernt, kann das Polster an dieser Stelle an Farbe verlieren oder nachhaltig beschädigt werden.

  1. Einfrieren: Mit Kühlakkus oder Eiswürfeln (verpackt) können Sie die Klebereste einfrieren, bis diese hart werden und von selbst splittert. Das Prinzip funktioniert aber eher bei kleinen Flecken.
  2. Waschbenzin: Ebenfalls sehr nützlich ist das vorsichtige Einreiben mit Waschbenzin, das die Klebereste zersetzt. Anschließend können Sie die betroffene Stelle mit Gallseife behandeln. Spiritus und Terpentin sind gute Alternativen zu Reinigungsbenzin aus dem Baumarkt.

Die schlechte Nachricht: Große Klebstoffflecken auf Polstermöbeln sind meist kaum ohne Schaden zu entfernen.

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Klebereste von Metall entfernen

Je nachdem, ob es sich um ein kratzempfindliches Metall handelt oder nicht, bieten sich verschiedene Lösungen an. Bei unempfindlichen Untergründen aus Edelstahl erzielen Sie mit einer Paste aus Natron und heißem Wasser ein gutes Ergebnis. Mischen Sie Natron und Wasser dafür im Verhältnis 2:1.

Für polierte Metallfronten, auf denen Sie mit einem Schwamm und der Natronmischung Schaden anrichten können, greifen Sie besser auf die folgenden Hausmittel zurück.

Kleberreste mit Hausmitteln entfernen

Nicht jeder hat im eigenen Haushalt WD40, Bremsreiniger oder Silikonentferner zur Hand. Für weniger komplizierte Klebereste kommen auch Hausmittel zur Entfernung in Frage. Hier die Tipps und Tricks für Sie im Überblick:

  1. Zitronensaft: Eine Allzweckwaffe für alle säureunempfindlichen Materialien. Beträufeln Sie die betroffene Stelle mit handelsüblichem Zitronensaft oder frisch gepresstem Zitronensaft. Lassen Sie diesen einige Minuten einwirken lassen und reiben die Kleberrest einfach ab.
  2. Alkohol: Ein gutes Lösemittel, wenn Fett, Wasser oder Wärme versagen ist Alkohol. Haben Sie keinen reinen Alkohol hilft auch Wodka oder ein anderer hochprozentiger, klarer Schnaps.
  3. Salatöl: Bei fettlöslichen Kleberflecken löst das Öl den Kleber auf und der Rückstand lässt sich einfach abwischen. Auch Butter und Margarine erfüllen den gleichen Zweck.
  4. Deospray: Funktioniert gut bei PVC oder zur Entfernung von Etiketten. Auch bei Kleberesten auf Fensterscheiben hilft Ihnen dieses Hausmittel in Kombination mit einer Spachtel bei einer rückstandslosen Entfernung. Alkoholhaltig muss das Anti-Transpirant dafür übrigens nicht unbedingt sein.

Sie haben noch weitere Tipps auf Lager, mit denen sich Klebereste entfernen lassen? Schreiben Sie uns Ihre besten Tricks an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!