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Ein Kaminofen sorgt im Handumdrehen für behagliche Wärme und ist darüber hinaus auch optisch in jedem Wohnraum ein echtes Highlight. Viele Verbraucher sind jedoch unsicher, wenn es um die Installation, Inbetriebnahme und Wartung eines Kaminofens geht. Die häufigsten Fragen samt Antworten finden Sie hier.

Kaminofen Tipps

1. Wo sollte ich einen Kaminofen platzieren?

Nur dann, wenn der Standort für den Kaminofen sorgfältig gewählt wurde, kann der Ofen sein volles Potenzial entfalten. Wichtig: Stellen Sie den Kaminofen nicht an eine Außenwand, sondern platzieren Sie ihn in einem Raum, der sich mittig im Haus befindet. Bei Kaminen, die an einer schlecht isolierten Außenwand stehen, ist hingegen mit hohen Energieverlusten zu rechnen.

Außerdem gilt: Entscheiden Sie sich für einen Standort, der sich nah am Schornstein befindet, damit Sie möglichst wenig Ofenrohre verlegen müssen. Das ist nicht nur optisch von Vorteil, Sie minimieren zugleich den Reinigungsaufwand. Außerdem können Ruß und Rauch schneller und effizienter abziehen.

Achten Sie zudem darauf, dass der Kaminofen gut erreichbar ist und sich keine brennbaren Möbel und Einrichtungsgegenstände in der Nähe befinden. Der Untergrund sollte ebenfalls feuerfest und möglichst leicht zu reinigen sein. Fliesen haben sich dabei besonders gut bewährt.

2. Wer installiert einen Kaminofen?

Die Installation eines Kaminofens sollte stets vom Fachmann übernommen werden. Denn: Es gibt jede Menge Normen und Vorschriften, die unbedingt eingehalten werden müssen. So sorgen Sie nicht nur dafür, dass der Ofen einwandfrei funktioniert, es ist zugleich ein Höchstmaß an Sicherheit gewährleistet. In der Regel übernimmt der Fachhandel, wo Sie Ihren Kaminofen kaufen, auch die Installation des Ofens.

Das allein genügt jedoch nicht: Vor Inbetriebnahme des Kamins muss der zuständige Schornsteinfeger Ihres Bezirks die fachgerechte Installation überprüfen. Erst dann dürfen Sie Ihren neuen Kaminofen verwenden.

3. Welches Kaminbesteck und Zubehör brauche ich?

Ein gutes Kaminbesteck macht die Arbeit am Kamin zu einer sicheren, sauberen Sache. Meistens handelt es sich um ein Kaminset, bestehend aus einem Besen samt Schaufel, einem Schürhaken und einer Feuerzange. Schaufel und Besen dienen zum Aufkehren und Entsorgen von Asche und Staub, während der feuerfeste Schürhaken Ihnen das Wenden und Verschieben des Brennstoffs erleichtert. Zusätzlich dient der Schürhaken zum Öffnen und Schließen der Feuerraumtür sowie zur Reinigung des Rüttelrostes. Mithilfe der Feuerzange können Sie gefahrlos Holzscheite und Briketts nachlegen. Die Spaltzange zum Spalten von sperrigen Briketts ist hingegen nur noch selten in Kaminbesteck-Sets enthalten. Das liegt vor allem daran, dass handelsübliche Briketts inzwischen an die Größe moderner Feuertüren angepasst sind und somit nicht zerkleinert werden müssen.

Zusätzlich zum Kaminbesteck empfiehlt sich die Anschaffung eines Kaminhandschuhs. Dieser schützt Sie beim Befeuern zuverlässig vor Hitze und Funkenflug.

Bewahren Sie Schürhaken und Co. in einem speziellen Ständer für Kaminbesteck auf. Das ist nicht nur sehr praktisch, sondern auch ausgesprochen dekorativ.

4. Warum rußt mein Kamin?

Wenn der Kaminofen übermäßig stark rußt oder raucht, kann dies viele Gründe haben. Dringt der Rauch stets während des Betriebs aus dem Kamin, ist womöglich die Drosselklappe zu weit geschlossen.

Außerdem besteht die Möglichkeit, dass der Schornsteinquerschnitt zu eng ist und/oder die Rauchgaszüge im Ofenrohr beziehungsweise im Schornstein zu stark verrußt sind.

Manchmal hat auch einfach das Wetter Schuld: Wenn der Wind zu stark auf den Schornstein drückt, kann Rauch nicht vollständig abziehen. Sogar Ventilatoren im Bad oder in der Küche können mitunter dazu führen, dass der Rauch durch Unterdruck aus dem Ofen gesogen wird.

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Dringt beim Öffnen der Feuerraumtür viel Rauch aus dem Ofen, haben Sie die Tür womöglich zu schnell geöffnet und/oder das Feuer brennt noch zu intensiv. Stellen Sie außerdem sicher, dass die Drosselklappe nicht vollständig geschlossen ist.

Wenn sich während des Betriebs eines Kaminofens beständig zu viel Ruß bildet, kann das auch am Brennmaterial liegen. Das Holz darf keinesfalls zu feucht sein, und auch behandeltes Holz ist zum Verfeuern nicht geeignet. Außerdem sollte der Kamin stets mit genügend Brennmaterial befüllt werden, damit die Brennkammer ausreichend hohe Temperaturen erreicht.

Völlig rußfrei kommen Sie nur mit einem Elektrokamin weg.

5. Welches Holz eignet sich für Kaminöfen?

Laubholz ist zum Verfeuern im Kamin besonders gut geeignet. Dabei gilt: Buche erzeugt beim Verbrennen ein äußerst attraktives Flammenbild, während Birkenholz einen sehr angenehmen Geruch entfaltet. Auch Nadelholz eignet sich zum Verfeuern. Es hat einen hohen Heizwert, brennt jedoch auch schneller ab, sodass Sie häufiger nachlegen müssen. Des Weiteren enthält Nadelholz Harze, die spritzen, wenn sie verbrennen.

Kaminofen Brennholz

Verwenden Sie Nadelholz als günstigen Anzünder. Es brennt schnell an, sodass der Kaminofen innerhalb kürzester Zeit eine angenehme Wohlfühlwärme entfaltet. Kleine, fingerdicke Scheite sind zum Anzünden am besten geeignet.

Für welche Holzart Sie sich auch entscheiden: Das Holz muss in jedem Fall trocken sein. Der Feuchtigkeitsgehalt sollte unter 25 Prozent liegen, noch besser unter 22 Prozent. Im Baumarkt erhalten Sie spezielle Messgeräte, mit deren Hilfe Sie den Feuchtigkeitsgehalt des Holzes bestimmen können. Frisch geschlagenes Holz muss in der Regel ein bis zwei Jahre lagern, bevor es verfeuert werden kann.

6. Warum stinkt mein Kaminofen?

Wenn Ihr Kaminofen unangenehme Gerüche verbreitet, überprüfen Sie zunächst, ob das Ofenrohr verstopft ist. Ist das der Fall, sollten Sie sämtliche Rohre und das Rauchgassystem gründlich reinigen, bevor Sie Ihren Ofen weiterverwenden.

Auch minderwertiges Brennmaterial kann dazu führen, dass der Ofen stinkt. Vor allem feuchtes Holz hat zur Folge, dass vermehrt Schadstoffe freigesetzt werden. In diesem Fall entsteht zusätzlich dunkler Qualm.

Tritt die Geruchsbelästigung nur an bestimmten Tagen auf, liegt dies mitunter an ungünstigen Witterungsbedingungen. Es entsteht kein richtiger Zug und das Feuer brennt nicht richtig an. Am besten ziehen Sie daher einen Schornsteinfeger zurate.

Ihr Ofen ist noch neu? In diesem Fall ist eine gewisse Geruchsentwicklung in den ersten Tagen völlig normal, da die Feuerschutzlackierung erst ausgebrannt werden muss. Die Gerüche sollten jedoch zügig verfliegen. Hält die Geruchsbelästigung an, so gilt auch hier: Kontaktieren Sie einen Fachmann, damit das Problem schnellstmöglich gefunden und behoben werden kann.

7. Wie sollte ich einen Kaminofen reinigen?

Zu Beginn jeder Heizsaison ist es unerlässlich, den Kaminofen vom Fachmann warten zu lassen. Die Reinigung des Ofenrohrs muss der Nutzer jedoch in der Regel selbst vornehmen. Nur durch eine regelmäßige Reinigung wird gewährleistet, dass das Holz sicher, effizient und schadstoffarm verbrennt. Außerdem minimieren Sie das Risiko für einen Rußbrand.

Legen Sie etwas Zeitungspapier oder eine Plane vor dem Ofen aus, um Asche und Ruß aufzufangen. Öffnen Sie dann das Ofenrohr und entfernen Sie sämtliche Rußablagerungen mit einer Spezialbürste. Die Brennkammer befreien Sie am besten mit einem Aschesauger von Ascheresten. Bei dieser Gelegenheit können Sie zugleich die Brennkammer auf Beschädigungen kontrollieren. Beschädigte Feuerraumverkleidungen müssen umgehend ausgetauscht werden, um die Lebensdauer des Kamins zu erhöhen.

Auch während der Heizperiode sollte die Brennkammer regelmäßig gereinigt werden. Groben Schmutz entfernen Sie am besten mit Handfeger und Schaufel, feine Asche mit einem speziellen Aschesauger.

Sogenannte Aschefilter sind wesentlich günstiger als Aschesauger. Der Filter wird ganz einfach an einen normalen Staubsauger angeschlossen, erleichtert Ihnen die Ofenreinigung jedoch um ein Vielfaches.

8. Welche Nutzungsdauer hat ein Kaminofen?

Grundsätzlich ist die Nutzungsdauer eines Kaminofens nicht begrenzt. Viele Öfen leisten über Jahrzehnte gute Dienste – vorausgesetzt, sie werden regelmäßig gewartet und sorgfältig gereinigt.

Des Weiteren müssen Verschleißteile, die der Hitze direkt ausgesetzt sind, rechtzeitig ausgetauscht werden. Werfen Sie außerdem in regelmäßigen Abständen einen Blick auf sämtliche Türdichtungen und Verkleidungen und wechseln Sie diese gegebenenfalls aus, damit Sie möglichst lange Freude an Ihrem Kaminofen haben.

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9. Wo kann ich meinen alten Ofen entsorgen?

Wenn Sie sich einen neuen Kaminofen zulegen, informieren Sie sich beim jeweiligen Fachhändler, ob dieser die Entsorgung des alten Ofens für Sie übernimmt. Auf Nachfrage wird der alte Ofen in der Regel auch fachgerecht ausgebaut.

Beachten Sie auch, dass sehr alte Öfen inzwischen stillgelegt oder nachgerüstet werden müssen.

In vielen Städten und Gemeinden können Sie Ihren alten Kaminofen auch als Sperrmüll an den Straßenrand stellen und abholen lassen. Auch hier gilt jedoch: Informieren Sie sich vorher, ob Kaminöfen als Sperrmüll angesehen werden und welche Kosten für die Abholung anfallen.

Eisen- und Metallteile sind vor allem für Schrotthändler interessant und werden meist kostenlos abgeholt. Alternativ können Sie Ihren ausgedienten Kaminofen auch selbstständig zum Recyclinghof bringen oder noch funktionsfähige Modelle in der Zeitung oder im Internet zum Verkauf anbieten.