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Teppichböden machen unser Zuhause warm und gemütlich. Weil die Auswahl an Qualitäten, Designs und Materialien riesengroß ist, sind den gestalterischen Möglichkeiten kaum Grenzen gesetzt. Wer die Verlegearbeiten selbst übernimmt, braucht eine gute Anleitung zum Teppichboden verlegen.

Unser Beispiel: Teppich verlegen auf 20 Quadratmetern, Zeit zum Teppich verlegen: etwa 5 Stunden.

Teppichboden verlegen an der Türkante

Das Material

Kaufen Sie mindestens 25 Quadratmeter Teppichboden, weil beim Teppich verlegen Sicherheitszugaben und die Türnischen hinzuzurechnen sind. Dazu werden benötigt:

  • etwa 22 Meter Fußleiste, Viertelleiste bzw. Abschlussschiene,
  • etwa 30 Meter doppelseitiges Klebeband oder Klettband,
  • Spachtelmasse,
  • Stahlnägel.

Das Werkzeug

Weil auch beim Verlegen eines Teppichbodens Ordnung das A und O ist, legen Sie sich das Werkzeug übersichtlich und griffbereit zurecht:

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  • Teppichmesser,
  • Haken-/Trapezklingen
  • Teppichlineal,
  • Spachtel,
  • Hammer,
  • Schere,
  • Zahnspachtel oder Zahnkelle, B2-Zahnung, für die Verklebearbeiten,
  • Farbrolle, zum Fixieren,
  • Akku-Bohrmaschine.

Ein Teppichmesser sollte nicht mit einem Cuttermesser verwechselt werden. Letzteres ist für das Verlegen von Teppichboden völlig ungeeignet.

Teppichboden verlegen – eine Schritt-für-Schritt-Anleitung

1. Bereiten Sie den Boden vor: Der Unterboden muss sauber, trocken und eben sein. Risse und Unebenheiten gleichen Sie mit Spachtelmasse sorgfältig aus. Entfernen Sie jede Art von Dreck und alte Klebereste. Lesen Sie hier, wie man alten Teppich entfernt.

2. Auslegen des Teppichbodens: Jetzt können Sie lose den Teppich verlegen. An den Wänden sollte er etwa 10 Zentimeter überstehen. Nur wenn der Teppichboden richtig faltenlos ist, können Sie diesen sauber verlegen. Deshalb sollte der Teppich mehrere Stunden ausgebreitet im warmen Zimmer liegen, am besten die Nacht über.

Auslegware aus Naturfasern, beispielsweise aus Kokos, Sisal oder Jute, muss sich mindestens 24 Stunden im Raum akklimatisieren. Alle Bahnen der Auslegware werden mit einem Zuschlag von etwa 2 Prozent bemessen, weil die hygroskopischen Eigenschaften der Ware Schrumpfungen generieren können.

3. Das Vorschneiden: Nachdem sich der Teppichboden lange genug akklimatisieren konnte, wird er glatt und faltenfrei vor Ihnen liegen. Jetzt kann er zugeschnitten werden. Mit einem Scherenrücken oder noch besser mit einer Schneidekante wird der Teppich schön fest in die Seitenkanten des Zimmers gedrückt. Entlang der Schneidekante wird der neue Bodenbelag nun grob vorgeschnitten. Vor dem Verkleben sind etwa 10 Zentimeter Verschnitt hinzuzurechnen.

4. Das Aufkleben des Teppichbodens: Zum Aufkleben des neuen Teppichbodens verwenden Sie am besten Spezialkleber oder auch doppelseitiges Klebeband. Klettband findet beim Fixieren von Vliesrücken oder von Naturfasern Verwendung. Tragen Sie den Kleber an den Rändern und auf die Gesamtfläche sorgfältig auf. Wenn Sie Klebeband verwenden, wird es bei großen Zimmern an allen Rändern und zusätzlich flächig über Kreuz aufgebracht. Bei kleinen Flächen genügt das Anbringen des Klebebandes an den Rändern. Drücken Sie nun den Teppichboden mit einem schweren, breitflächigen Gegenstand gründlich fest.

5. Das vollständige Verkleben: Ein komplettes und vollflächiges Verkleben wird ganz besonders bei Auslegware aus Naturfasern notwendig.

Dazu wird der Kleber auf den Untergrund aufgebracht und mit dem Zahnspachtel gleichmäßig verteilt. Das macht man zunächst auf der Hälfte der Gesamtfläche – bei noch größeren Räumen entsprechend auf mehreren Teilflächen. Sie sollten ungefähr 600 Gramm Kleber pro Quadratmeter aufbringen. Legen Sie Ihren Teppichboden zügig in das noch nasse Klebstoffbett ein.

Ganz wichtig ist, dass die Schnittkanten gut mit Kleber benetzt sind. Drücken Sie nun den Teppichboden in das Kleberbett ein, streichen Sie ihn zu den Seiten hin mit der Walze glatt. Kurzfristig können jetzt noch Korrekturen vorgenommen werden. Bei diesen Arbeiten muss der Raum gut belüftet werden.

6. Die Seitenränder: Nach dem Verkleben werden alle überstehenden Seitenränder mit dem Teppichmesser abgeschnitten. Lassen Sie noch etwas Spielraum, gehen Sie nicht ganz bis zum Boden. Arbeiten Sie wie in Schritt 3 dieser Anleitung beschrieben.

7. Die Innenecken: Schneiden Sie den Teppich an den Innenecken zunächst diagonal ab. Gehen Sie dabei nicht ganz auf den Boden. Wichtig sind scharfe Klingen des Teppichmessers, wechseln Sie diese bei Bedarf mehrmals. Nun werden die überstehenden Teppichecken einfach in die Ecke hineingedrückt. Jetzt können auch hier alle überstehenden Reste komplett abgeschnitten werden.

8. Die Außenecken: Als Nächstes passen Sie die Außenecken an: Dazu wird der Teppichboden wiederum nicht ganz bis zum Boden angeschnitten. Fast so wie bei den inneren Ecken, allerdings ohne einzudrücken, kann man den überstehenden Teppichboden unproblematisch abtrennen.

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9. Eine zweite Teppichbahn: Manchmal reicht eine Bahn nicht ganz aus, sodass man anstückeln muss. Dazu werden die Bahnen ungefähr 3 bis 5 Zentimeter übereinandergelegt. Bitte beachten Sie die Laufrichtung der Teppichschlinge und das Muster, damit alles gut zusammenpasst. Schneiden Sie die beiden übereinander liegenden Bahnen mit dem scharfen Teppichmesser durch. So kann ein nahtloser Anschluss erzielt werden.

10. Türschwellen und Zargen: Für diese Maßarbeit ist noch einmal volle Konzentration notwendig: Drücken Sie den Teppich zuerst mit der stumpfen Seite des Messers in die Kante hinein. Einen halben Zentimeter darüber schneiden Sie ab. Nun wird der kurze Überstand des Teppichbodens mit dem Messer unter die Türschwelle gedrückt.

11. Anbringen der Sockelleisten: Abschließend wird der frisch verlegte Teppichboden mit der Sockelleiste entlang der Wände abgedeckt. Meist werden Sockelleisten aus Holz verwendet. Schrauben Sie die Sockelleisten mithilfe der Akku-Bohrmaschine fest.

12. Treppenübergänge: Den Übergang zu einer Treppe fixiert man am besten mit einer Metallschiene.

Aufgepasst: Teppich verlegen als Mieter?

Wenn Sie den Teppichboden nicht in Ihren eigenen vier Wänden verlegen möchten, ist Vorsicht geboten. Unter dem Teppich liegende Bodenbeläge dürfen nämlich nicht beschädigt werden. Denn als Mieter haben Sie eine sogenannte Rückbaupflicht. Diese besagt, dass Sie den Teppich bei Auszug wieder entfernen müssen. Lassen Sie sich deshalb am besten vom Vermieter genehmigen, dass Sie den Teppichboden bei Auszug liegen lassen können.